An Ylva:
Nach dem
Platindebüt "The Bachelor" mit
dem No.1 R'n'B-Hit "Pony" legt Ginuwine mit "100%" jetzt
also sein zweites
Album vor. Die erste Singleauskopplung "Same Ol' G" und der aktuelle
Hit
"What's So Different" haben schon genau die Richtung für das Album
vorgezeichnet: es gibt R'n'B pur, so süßlich triefend und schmierig, daß man
nachher erstmal seinen CD-Player auswischen will. Aber das muß an sich ja
nicht schlecht sein. Ginuwine hat nach wie vor ein Gespür für
Ohrwurm-Melodien und gute Arrangements. Neben den angesprochenen
Singleauskopplungen finden sich daher noch weitere hitverdächtige Tracks
("So Anxious", "None Of Ur Friends Business", "I
Know"). Wie so oft werden
die Songs aber gegen Ende der über 70 Min. langen Platte immer belangloser,
man trauert dem knackigen Format einer 45 Minuten-LP nach (der soeben
verabschiedete DVD-Audio Standard sieht in der höchsten Aufnahmequalität
übrigens nur noch eine maximale Länge von 64 Min. vor...). Textlich wird
auch R'n'B pur geboten, mal auf Mamas Couch, mal im Auto, Fremdgehen,
Heulen, Versöhnung, Essen gehen usw. Besondere Erwähnung verdient dabei der
Track "I'm Crying Out", auf dem Ginuwine zum Klang spanischer
Trompeten und
Gitarren mit einer heißblütigen Spanierin Zwiesprache hält. Sie säuselt
immerzu spanische Liebesschwüre, er nur so "uhmm, aha, yeah". Mehr
Klischee
geht einfach nicht. Dazwischen natürlich die obligatorischen Interludes und
Anrufbeantworter-Sprüche.
Kari